Parascha Inspiration – Sch’lach

וַיֹּ֥אמֶר יְהֹוָ֖ה אֶל־משֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר: דַּבֵּ֞ר אֶל־בְּנֵ֤י יִשְׂרָאֵל֙ וְאָֽמַרְתָּ֣ אֲלֵהֶ֔ם וְעָשׂ֨וּ לָהֶ֥ם צִיצִ֛ת עַל־כַּנְפֵ֥י בִגְדֵיהֶ֖ם לְדֹֽרֹתָ֑ם וְנָֽתְנ֛וּ עַל־צִיצִ֥ת הַכָּנָ֖ף פְּתִ֥יל תְּכֵֽלֶת:

Der HERR redete zu Mose und sprach: Sprich zu den Kindern Israels, und sage ihnen, dass sie sich Fransen an die Ecken ihrer Kleider machen sollen, in all ihren Generationen, und dass sie an den Fransen jeder Ecke einen himmelblauen Faden anbringen sollen.

4.Mose 15:37-38

וִידֵ֣י אָדָ֗ם מִתַּ֙חַת֙ כַּנְפֵיהֶ֔ם עַ֖ל אַרְבַּ֣עַת רִבְעֵיהֶ֑ם וּפְנֵיהֶ֥ם וְכַנְפֵיהֶ֖ם לְאַרְבַּעְתָּֽם:

Unter ihren Flügeln befanden sich Menschenhände an ihren vier Seiten, und an allen vier Seiten waren ihre Gesichter und ihre Flügel [gleich].

Hesekiel 1,8

Die Torah-Lesung dieser Woche enthält das Gebot der Zizit. Die Kinder Israels befolgen dieses Gebot auf eine sehr spezifische Weise. Sie tragen ein viereckiges Kleidungsstück und die Zizit werden an jeder Ecke befestigt. Nach einigen Minhagim (Bräuchen) wird ein Faden von Techelet (einem bestimmten blau) hinzugefügt, und nach anderen Minhagim wird nur ungefärbte Wolle verwendet. Die Halacha verlangt aber, dass die Zizit nur an einem viereckigen Kleidungsstück getragen werden dürfen, das über die Schultern gelegt wird.

Ein Grund dafür, warum die Weisen uns angewiesen haben, die Zizit auf diese Weise zu tragen, sehen wir in Hesekiel 1,8. Es geht um das darin gebrauchte Wort כנפ (kanaf), das zwei verschiedene Dinge bedeuten kann. Es kann Ecke bedeuten wie in 4.Mose 15,38, es kann aber auch Flügel bedeuten wie in Hesekiel 1,8. Obwohl die Bedeutung des Wortes weitgehend durch den Kontext bestimmt werden kann, so ist es doch wichtig, eine solch bedeutende Mizwah so genau wie möglich zu erfüllen. Wenn wir also sehen, dass die Hände unter dem kanaf, dem Flügel, sind, können wir auch verstehen, dass die Hände unter der Ecke, dem kanaf, sein müssen. Daher müssen Zizit an einem Kleidungsstück getragen werden, das vier Ecken (kanaf) hat, die über den Armen oder Händen getragen werden müssen und das bedeutet in diesem Fall, es muss über den Schultern getragen werden.

Einige Gruppen binden die Zizit an ihre Gürtelschlaufen oder klammern sie an ihren Hosen fest. Meine Braut Roni nennt so getragene Zizit „Spinner-Fransen“. Denn ganz offensichtlich zeugt dies von einem falschen Verständnis des Gebots. Gruppen, die dies tun, distanzieren sich von Israel und von Israels Verständnis der Gebote. Auch ein anderes Aussprechen des Namens HaSchems zeugt von dieser Unkenntnis. Wer so handelt, folgt seinen eigenen Augen und seinem eigenen Herzen und prostituiert sich selbst. Er verkennt völlig den Sinn der Mizwah, die uns daran erinnern soll, alle Gebote HaSchems gemeinsam als Nation zu befolgen. 

Schabbat Schalom.

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Rabbi Steven Bernstein

Steve was born on Lag B’Omer in Ann Arbor, MI but was raised in Gainesville, FL. The son of two University of Florida professors, he excelled in the sciences in school. In addition to his normal academic studies, he pursued his Jewish education studying with many Rabbis and professors of Judaic Studies from the University including visiting Rabbis such as Abraham Joshua Heschel and Shlomo Carlebach.