Paraschah Inspiration – Achareh Mot

וְהָיְתָ֥ה לָכֶ֖ם לְחֻקַּ֣ת עוֹלָ֑ם בַּחֹ֣דֶשׁ הַ֠שְּׁבִיעִ֠י בֶּֽעָשׂ֨וֹר לַחֹ֜דֶשׁ תְּעַנּ֣וּ אֶת־נַפְשֹֽׁתֵיכֶ֗ם וְכׇל־מְלָאכָה֙ לֹ֣א תַעֲשׂ֔וּ הָֽאֶזְרָ֔ח וְהַגֵּ֖ר הַגָּ֥ר בְּתוֹכְכֶֽם׃ כִּֽי־בַיּ֥וֹם הַזֶּ֛ה יְכַפֵּ֥ר עֲלֵיכֶ֖ם לְטַהֵ֣ר אֶתְכֶ֑ם מִכֹּל֙ חַטֹּ֣אתֵיכֶ֔ם לִפְנֵ֥י יְהֹוָ֖ה תִּטְהָֽרוּ׃ שַׁבַּ֨ת שַׁבָּת֥וֹן הִיא֙ לָכֶ֔ם וְעִנִּיתֶ֖ם אֶת־נַפְשֹׁתֵיכֶ֑ם חֻקַּ֖ת עוֹלָֽם׃

Und all dies soll euch eine ewige Ordnung sein: Am zehnten Tage des siebenten Monats sollt ihr fasten und keine Arbeit tun, weder ein Einheimischer noch ein Fremdling unter euch. Denn an diesem Tage soll er für euch Sühne erwirken, damit ihr gereinigt werdet. Vor dem HERRN sollt ihr von euren Sünden gereinigt werden. Er soll euch ein Schabbat der Ruhe sein, und ihr sollt fasten. Dies ist eine ewige Ordnung.

3.Mose 16, 19 – 31

In der Torah-Lesung dieser Woche finden wir die Gebote für Jom Kippur. Er soll einmal im Jahr, am zehnten Tag des siebten Monats, begangen werden. Ganz Israel soll ihn begehen. Er ist ein Schabbat der völligen Ruhe. Und wir sollen uns, im wahrsten Sinne des Wortes, selbst betrüben, wir sollen diesen Tag in unser Nefesch (dem an Raum und Zeit gebundenen Aspekt unserer Seele) spüren.

Und zwar sollen wir dies gemeinsam, als ganze Nation, tun – eine Vorstellung, die in unserer individualistischen Kultur undenkbar scheint. Es heißt nicht „du sollst das tun“, also Singular, sondern „ihr sollt das tun“ – Plural. Israel als Nation soll sich selber verleugnen, fasten.

Von all euren Sünden, also von allen Sünden der Nation, werdet ihr gereinigt werden. Vor HaSchem sollt ihr gereinigt werden. Das Volk Israel wird an diesem Tag tahor, ‚rein‘ werden. An ihm geht es nicht um die Vergebung von individuellen Sünden. Dafür gibt es ganz andere Gebote, und diese sollten laufend, das ganze Jahr hindurch, durchgeführt werden. Jom Kippur, der Versöhnungstag, ist für das Volk Israel als Ganzes bestimmt.

Sühnung ist ein Akt der Reue. Sühne zwingt HaSchem nicht zu vergeben, sondern ist vielmehr eine Handlung, die zeigt, dass wir unsere Sünde anerkennen und reumütig vor HaSchem erscheinen. Folglich ist diese Reue die Handlung des Betrübens unserer Nefesch. Wir fasten während 25 Stunden, in denen wir weder essen noch trinken. An diesem Akt der Reue nimmt ganz Israel teil. Damit verkündet Israel vor HaSchem: Wir haben gesündigt und es tut uns leid! Jeder der, außer aus medizinischen Gründen, an diesem Tag nicht fastet, wird aus dem Volk ‚herausgeschnitten‘. Das heißt, wir sollen getötet werden.

Es ist wichtig zu beachten, dass das Gebot für Jom Kippur unmittelbar auf die Erzählung des Todes von Aarons Söhnen folgt. Sie starben, weil sie ein Opfer, das passul war, also nicht korrekt ausgeführt worden war, darbrachten. Sie führten ihre Arbeit nachlässig aus, weshalb ihr Opfer ungültig wurde. Und gleich darauf erhalten wir die Gebote für Jom Kippur. Wir sollen diese nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wir sollen HaSchem die gebührende Aufmerksamkeit schenken und den Versöhnungstag so halten, wie Er es verlangt.

Schabbat Schalom.

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Rabbi Steven Bernstein

Steve was born on Lag B’Omer in Ann Arbor, MI but was raised in Gainesville, FL. The son of two University of Florida professors, he excelled in the sciences in school. In addition to his normal academic studies, he pursued his Jewish education studying with many Rabbis and professors of Judaic Studies from the University including visiting Rabbis such as Abraham Joshua Heschel and Shlomo Carlebach.