Parascha Inspiration – Bamidbar

Und ADONAI sprach zu Mosche: Mustere alle männlichen Erstgeborenen der Söhne Israel von einem Monat an und darüber, und nimm die Zahl ihrer Namen auf! Und du sollst die L’vi’im für mich, ADONAI, nehmen anstelle aller Erstgeborenen unter den Söhnen Israel und das Vieh der L’vi’im anstelle alles Erstgeborenen unter dem Vieh der Söhne Israel. Und Mose musterte, wie ADONAI es ihm geboten hatte, alle Erstgeborenen unter den Söhnen Israel. Und alle männlichen Erstgeborenen nach der Zahl der Namen, von einem Monat an und darüber, nach ihren Gemusterten, waren 22 273. Und ADONAI redete zu Mose und sprach: Nimm die L’vi’im anstelle aller Erstgeborenen unter den Söhnen Israel und das Vieh der L’vi’im anstelle ihres Viehes; und die L’vi’im sollen mir gehören, mir, ADONAI! Und was den Loskauf der 273 betrifft: Die von den Erstgeborenen der Söhne Israel überzählig sind über die Zahl der L’vi’im hinaus,  da sollst du je fünf Schekel für den Kopf nehmen; nach dem Schekel des Heiligtums sollst du sie nehmen, den Schekel zu zwanzig Gera. Und das Geld sollst du als Loskauf der Überzähligen unter ihnen an Aharon und seine Söhne geben. (4. Moses 3, 40–48)

Die Torah-Lesung dieser Woche erklärt, wie die Leviten anstelle der Erstgeborenen Israels, HaShem geweiht wurden. Ursprünglich waren alle Erstgeborenen ganz Israels (wie auch alle erstgeborenen Tiere) HaShem geweiht. Raschi erklärt, dass sich dies nach der Begebenheit mit dem Goldenen Kalb geändert hatte. Nach dem Goldenen Kalb mussten alle Nachkommen Levis, auch Aarons und seiner Söhne, eine besondere Funktion übernehmen.Die Art, wie sich dieser Ersatz in der Torah abspielt, ist interessant und wichtig. Es gibt 22’000 Leviten und 22’273 Erstgeborene. Es gibt also eine Differenz von 273 Erstgeborenen. HaShem wusste, dass die Zahlen unterschiedlich waren. HaShem hätte dafür sorgen können, dass die Zahlen exakt übereinstimmen. Oder, HaShem hätte einfach über die Tatsache hinwegsehen können, dass es eine kleine Differenz in der Anzahl gab. HaShem tut nichts davon, denn die Differenz und wie mit dieser Differenz umgegangen wird, lehrt uns eine Torah-Lektion.

Die 273 Erstgeborenen, die nicht durch die Leviten ersetzt wurden, waren immer noch HaShem geweiht. 22’000 Erstgeborene wurden durch die 22’000 Leviten ersetzt. Die Torah lehrt uns, dass die 273 Erstgeborenen auch losgekauft werden mussten, und dies kann durch finanzielle Mittel ausgeführt werden. Der Ablöspreis beträgt fünf Schekel pro Person. Dafür war dann jeder Erstgeborene losgekauft, entweder durch einen Leviten, oder durch den Ablöspreis von fünf Schekel.

Loskaufen (Erlösung) hat einen Preis. Dies ist eine wichtige Torah-Lektion. Das Loskaufen einer Person kann durch eine andere Person bezahlt werden, oder durch einen finanziellen Gegenwert. Dies ist ein wichtiger Präzedenzfall, der in verschiedenen Bereichen der Torah Anwendung findet. Dieser Ablösungspreis-Präzedenzfall erlaubte es den Weisen, die wahre Bedeutung hinter dem Vers «Ein Auge für ein Auge und ein Zahn für einen Zahn» zu verstehen. So wie ein Ablösungspreis den Erstgeborenen ersetzen kann, so kann ein Ablösungspreis eine Schädigung wiedergutmachen. Dieses talmudische Konzept macht absolut Sinn, sonst wäre es, wie Tewje (der Milchmann in der bekannten Geschichte «Anatevka») sagt: «So wird die ganze Welt blind und zahnlos sein.» Auf diese Weise kann finanzielle Abgeltung Schadenersatz leisten, so wie die finanzielle Abgeltung die Erstgeborenen ersetzt.

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Rabbi Steven Bernstein

Steve was born on Lag B’Omer in Ann Arbor, MI but was raised in Gainesville, FL. The son of two University of Florida professors, he excelled in the sciences in school. In addition to his normal academic studies, he pursued his Jewish education studying with many Rabbis and professors of Judaic Studies from the University including visiting Rabbis such as Abraham Joshua Heschel and Shlomo Carlebach.