Parascha Inspiration – Wajechi

«Und nun sollen deine beiden Söhne, die dir im Land Ägypten geboren wurden, ehe ich zu dir nach Ägypten gekommen bin, mein sein. Ephraim und Manasse sollen mein sein wie Ruben und Simeon! Die Kinder aber, die du nach ihnen zeugst, sollen dein sein und zusammen mit den Namen ihrer Brüder in ihrem Erbteil genannt werden. Als ich aus Paddan kam, starb Rahel bei mir im Land Kanaan, auf dem Weg, als wir noch ein Stück Weges von Ephrata entfernt waren, und ich begrub sie dort am Weg nach Ephrata, das ist Bethlehem.» Dann sah Israel die Söhne Josefs und sagte: «Wer sind diese?» Josef sagte zu seinem Vater: «Es sind meine Söhne, die mir Gott hier geschenkt hat!» Darauf sprach er: «Bringe sie näher zu mir, dass ich sie segne!» Denn Israels Augen waren vom Alter so trübe geworden, dass er nicht mehr sehen konnte. Also brachte er sie näher zu ihm, und er küsste und umarmte sie. Und Israel sprach zu Josef: «Ich hatte nicht erwartet, nochmals dein Angesicht zu sehen und nun, siehe, hat mich Gott sogar deine Kinder sehen lassen!» Und Josef nahm sie von Jakobs Knien und warf sich auf sein Angesicht zur Erde nieder. Danach nahm Josef sie beide, Ephraim zu seiner rechten Seite, zur linken Israels, und Manasse zu seiner linken Seite, zur rechten Israels, und brachte sie zu ihm. Da streckte Israel seine rechte Hand aus und legte sie auf Ephraims Kopf, obwohl er der Jüngere war, und seine linke Hand legte er auf Manasses Kopf. Er führte seine Hände bewusst so, obwohl Manasse der Erstgeborene war. Und er segnete Josef und sprach: «Der Gott, vor dessen Angesicht meine Väter Abraham und Isaak gewandelt haben; der Gott, der mich erhalten hat, seitdem ich bin, bis zu diesem Tag, möge der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel, die Jungen segnen, und möge mein Name in ihnen leben und der Name meiner Väter Abraham und Isaak, und mögen sie sich vermehren wie Fische inmitten des Landes!» Und Josef sah, dass sein Vater seine rechte Hand auf Ephraims Kopf gelegt hatte, und es missfiel ihm. Also ergriff er die Hand seines Vaters, um sie von Ephraims Kopf wegzunehmen und sie auf den Kopf von Manasse zu legen. Und Josef sprach zu seinem Vater: «Nicht so, Vater, denn dieser ist der Erstgeborene; lege deine Rechte auf seinen Kopf!» Aber sein Vater weigerte sich und sprach: «Ich weiß, mein Sohn, ich weiß; auch er wird ein Volk werden, und auch er wird groß sein. Sein jüngerer Bruder aber wird größer sein als er, und seine Kinder werden (und der Ruhm seiner Kinder wird) die Nationen erfüllen.»

(1.Mose 48, 5-19)

Die Torah-Lesung dieser Woche enthält die Annahme von Ephraim und Manasse. Dies ist eine sehr interessante Begebenheit, welche die 12 Stämme Israels abrundet. Die Stämme können auf verschiedene Weise gezählt werden, manchmal wird Josef mitgezählt, manchmal werden Ephraim und Manasse dazugezählt und dafür Josef nicht. Mit der Annahme von Ephraim und Manasse sind es eigentlich 14 Kinder Israels. Nur 12 davon werden aber im Tanach als die Kinder Israels gezählt.

Ephraim wird, obwohl er nicht der Erstgeborene ist, das Erbe des Erstgeborenen zugesprochen. Ephraims Vormachtstellung wurde von Israel vorhergesagt. Bei der Entstehung des nördlichen Königreichs wird diese Vormachtstellung sichtbar, indem Jerobeam, ein Ephraimiter, der erste König wurde. Später eroberte Assyrien das nördliche Königreich und alle Bewohner Ephraims wurden ins Exil geführt.

Der Midrasch erklärt uns, dass Ephraim und sein Stamm schon vor Mose versucht hatten, aus Ägypten zu fliehen. Da dieser Exodus ohne HaSchems Hilfe und Segen versucht worden war, schlug er fehl, und der größte Teil der Ephraimiter starb beim Versuch vor dem Pharao zu fliehen in der Wüste. Die trockenen Knochen in der Vision Hesekiels werden als die Überbleibsel des Stammes Ephraim in der Wüste verstanden. Aus diesem Grund war die Anzahl der Ephraimiter am Sinai, im Verhältnis zu den anderen Stämmen, klein. Trotzdem, der Stamm Ephraim nahm zu an Macht und stieg auf, wie Israel es vorhergesagt hatte.

Schabbat Schalom.

Abonniere unseren

Newsletter

Erhalte aktuelle Nachrichten, Vorträge und Infos über Veranstaltungen von Yeshivat Shuvu 

Rabbi Steven Bernstein

Steve was born on Lag B’Omer in Ann Arbor, MI but was raised in Gainesville, FL. The son of two University of Florida professors, he excelled in the sciences in school. In addition to his normal academic studies, he pursued his Jewish education studying with many Rabbis and professors of Judaic Studies from the University including visiting Rabbis such as Abraham Joshua Heschel and Shlomo Carlebach.