Parascha Inspiration – Achareh Mot – Kedoschim

וְכִפֶּ֣ר עַל־הַקֹּ֗דֶשׁ מִטֻּמְאֹת֙ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל וּמִפִּשְׁעֵיהֶ֖ם לְכָל־חַטֹּאתָ֑ם וְכֵ֤ן יַֽעֲשֶׂה֙ לְאֹ֣הֶל מוֹעֵ֔ד הַשֹּׁכֵ֣ן אִתָּ֔ם בְּת֖וֹךְ טֻמְאֹתָֽם:

Und er soll Sühnung erwirken für das Heiligtum wegen der Verunreinigung der Kinder Israels und wegen ihrer Auflehnungen und all ihrer unbeabsichtigten Sünden. Dasselbe soll er tun mit der Stiftshütte, die sich mitten unter ihren Unreinheiten befindet.

(3.Mose 16,16)

Die doppelte Torah-Lesung dieser Woche beginnt mit dem Teil der Torah, der im Schacharit-Dienst von Jom Kippur gelesen wird. Es ist die Geschichte des Jom-Kippur-Dienstes im Tempel und bildet die Grundlage für die gesamte Mischnah Joma, sowie für das Talmudtraktat Joma. Der Abschnitt umreißt die Art und Weise, in der Israel und der Kohen Gadol (Hohepriester) an Jom Kippur Sühne erwirken müssen.

Der Begriff Sühne wird oft missverstanden und daher oft falsch verwendet. Sühne ist nicht Vergebung, sie ist nicht Erlösung, sie ist nicht Errettung. Sühne kann zu all dem führen, aber Sühne an sich ist nichts von alledem.

Hier ist also die Frage: Wenn Israel, oder jemand, ein Opfer als Sühne für die Sünde bringt, ist HaSchem dann dazu verpflichtet, ihnen die Sünde zu vergeben? Ist HaSchem dazu verpflichtet? Dies scheint eine lächerliche Frage zu sein. HaSchem ist zu gar nichts verpflichtet, geschweige denn, jemandem zu vergeben. Wem also vergibt HaSchem dann? Die Antwort ist einfach, HaSchem vergibt jedem, dem er vergeben möchte. HaSchem kann jemandem vergeben, der eine Opfergabe bringt, HaSchem kann jemandem vergeben, der keine Opfergabe bringt. Vergebung und Barmherzigkeit sind Eigenschaften des Heiligen, gesegnet sei Er. Wie HaSchem seine Barmherzigkeit und Gnade einsetzt, hängt ganz allein von HaSchem und seinem Willen ab.

Was ist dann ein Sühneopfer? Welchem Zweck dient es? Was bewirkt es? Wenn HaSchem nicht dazu verpflichtet ist, die Sünde eines Menschen zu vergeben, was ist dann der Zweck eines Sühneopfers? Die Antwort ist entscheidend für das Verständnis der Natur des Sühneopfers. Das Sühneopfer ist ein Akt des Gehorsams und der Reue. Das Opfer anerkennt HaSchems Souveränität, Kontrolle und Herrschaft über das gesamte Universum. Dies ist die Definition von Sühne; Sühne ist ein Akt, der HaSchem als unseren souveränen G-tt anerkennt. Wenn Sühne geleistet wurde, haben wir ein Opfer aus Gehorsam und Reue gebracht, das HaSchems allmächtige Macht über uns und das gesamte Universum anerkennt.

Israel hält in Reue einen Tag des Gehorsams und Gedenkens des Opfers ein und anerkennt HaSchems majestätische Souveränität über uns an. Wir singen Avinu Malkehnu, unser Vater, unser König, und wir erinnern uns und gedenken der Opfer aus dem Torah-Abschnitt dieser Woche als einem Akt des Gehorsams und der Demonstration unseres Verständnisses, dass HaSchem über die ganze Erde herrscht. 

Schabbat Schalom.

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Rabbi Steven Bernstein

Steve was born on Lag B’Omer in Ann Arbor, MI but was raised in Gainesville, FL. The son of two University of Florida professors, he excelled in the sciences in school. In addition to his normal academic studies, he pursued his Jewish education studying with many Rabbis and professors of Judaic Studies from the University including visiting Rabbis such as Abraham Joshua Heschel and Shlomo Carlebach.