Parascha Inspiration – Nasso

וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָֹ֖ה אֶל־משֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר: דַּבֵּר֙ אֶל־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל וְאָֽמַרְתָּ֖ אֲלֵהֶ֑ם אִ֣ישׁ אֽוֹ־אִשָּׁ֗ה כִּ֤י יַפְלִא֙ לִנְדֹּר֙ נֶ֣דֶר נָזִ֔יר לְהַזִּ֖יר לַֽיהוָֹֽה:

ADONAI sprach zu Moses und sagte: Sprich zu den Kindern Israels und sage ihnen: Wenn ein Mann oder eine Frau sich absondert, um ein Nasiräer-Gelübde abzulegen und sich, um des Herrn willen, zu enthalten…

(4.Mose 6,1-2)

Die Torah-Lesung dieser Woche enthält eine weitere, sehr wichtige Mizwa (Gebot): das Nasiräer-Gelübde. Interessant ist die Platzierung dieses Gebots innerhalb der Torah. Das Nasiräer-Gelübde folgt unmittelbar auf die Mizwa der Sotah, der Ehefrau, die beschuldigt wird, ihrem Mann untreu geworden zu sein. Und es steht unmittelbar vor dem Birkat Kohanim, dem Aaronitischen Segen.

Beim Gebot der Sotah handelt es sich um ein Gebot, das HaSchem uns zwar gibt, das aber nie hätte ausgeführt werden sollen. Denn egal, ob die Frau schuldig oder unschuldig ist, ihre Ehe ist, nachdem sie zum Kohen gebracht und die Sotah durchgeführt wurde, am Ende. Wenn sie schuldig ist und die Zeremonie durchgeführt wird, stirbt sie. Wenn sie unschuldig ist und ihr Ehemann sie zwingt, die Zeremonie zu vollziehen, wird sie ihm nie wieder vertrauen. So oder so, die Ehe ist vorbei, warum sich also überhaupt mit diesem Ritual beschäftigen?

Der Segen, der unmittelbar auf das Gebot für das Nasiräer-Gelübde folgt, soll hingegen täglich gesprochen werden. HaSchem erklärt, dass Er Israel segnen wird, wenn die Kohen diesen Segen rezitieren. Der Aaronitische Segen war Teil jedes einzelnen Opferdienstes im Mischkan und im Tempel, an jedem einzelnen Tag.

Das Gelübde des Nasiräers ist eindeutig dazu bestimmt, getan zu werden. Und genauso eindeutig ist es nicht dazu gedacht, es beiläufig oder ständig zu tun. Es soll getan werden, aber nicht oft. Was aber ist eigentlich der Zweck des Gelübdes des Nasiräers?

Wir sehen in 4.Mose 6,2, dass einer seiner Zwecke darin besteht, den Mann oder die Frau, die das Gelübde ablegt, abzusondern. Normalerweise heißt der Begriff für absondern קדוש (kadosch, deutsch meist mit heilig übersetzt). In diesem Vers wird jedoch ein anderes Wort gebraucht: פלא (peleh). Es ist ein statisches Verb, und zeigt eher einen Zustand an als eine Handlung. Das Wort bedeutet Wunder. Das Konzept ist also, wundersam zu werden, d.h. ein sichtbares Zeugnis für HaSchem zu sein. Gemäß dem Gebot wird man als ein Nasiräer für eine bestimmte Zeit wundersam. Wir sehen in der Schrift nur selten, dass jemand für sein ganzes Leben lang wundersam wird. Durch die Platzierung in der Torah sehen wir, dass das Gelübde des Nasiräers dazu gedacht ist, von Zeit zu Zeit von Menschen abgelegt zu werden.

Heute haben wir keinen Tempel – möge er bald wieder aufgebaut werden, und zwar in unseren Tagen. Bis dahin dürfen wir kein Nasiräer-Gelübde ablegen, wie es David getan hatte oder Paulus und andere Nachfolger Jeschuas in der Apostelgeschichte. Doch es gibt einen Aspekt des Nasiräer-Gelübdes, den wir beachten sollten: wundersam zu werden. Es liegt in unserer Macht, wundersam zu werden, ein lebendiges Zeugnis für die Wunder und Ratschlüsse HaSchems. Wir können das unterschiedlich nennen. Wir können sagen: „Das Licht des Messias soll durch uns leuchten“, oder: „Jeder soll den Messias in uns sehen.“ Das Konzept ist das gleiche wie beim Gelübde des Nasiräers: Wir sind sichtbare, wundersame, lebendige Zeugnisse für HaSchem und den Messias Jeschua. 

Schabbat Schalom.

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Rabbi Steven Bernstein

Steve was born on Lag B’Omer in Ann Arbor, MI but was raised in Gainesville, FL. The son of two University of Florida professors, he excelled in the sciences in school. In addition to his normal academic studies, he pursued his Jewish education studying with many Rabbis and professors of Judaic Studies from the University including visiting Rabbis such as Abraham Joshua Heschel and Shlomo Carlebach.