Parascha Inspiration – Schoftim

שֹֽׁפְטִ֣ים וְשֹֽׁטְרִ֗ים תִּתֶּן־לְךָ֙ בְּכָל־שְׁעָרֶ֔יךָ אֲשֶׁ֨ר יְהֹוָ֧ה אֱלֹהֶ֛יךָ נֹתֵ֥ן לְךָ֖ לִשְׁבָטֶ֑יךָ וְשָֽׁפְט֥וּ אֶת־הָעָ֖ם מִשְׁפַּט־צֶֽדֶק: לֹֽא־תַטֶּ֣ה מִשְׁפָּ֔ט לֹ֥א תַכִּ֖יר פָּנִ֑ים וְלֹֽא־תִקַּ֣ח שֹׁ֔חַד כִּ֣י הַשֹּׁ֗חַד יְעַוֵּר֙ עֵינֵ֣י חֲכָמִ֔ים וִֽיסַלֵּ֖ף דִּבְרֵ֥י צַדִּיקִֽם: צֶ֥דֶק צֶ֖דֶק תִּרְדֹּ֑ף לְמַ֤עַן תִּֽחְיֶה֙ וְיָֽרַשְׁתָּ֣ אֶת־הָאָ֔רֶץ אֲשֶׁר־יְהֹוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ נֹתֵ֥ן לָֽךְ:

Du sollst für dich Richter und Rechtsdiener einsetzen in all deinen Städten, die der HERR, dein Gott, dir nach deinen Stämmen gibt, und sie sollen das Volk richten mit gerechtem Gericht. Du sollst das Recht nicht verdrehen; du sollst die Person nicht ansehen und kein Bestechungsgeschenk annehmen, denn Bestechung macht die Augen der Weisen blind und verdreht die gerechten Worte. Der Gerechtigkeit, der Gerechtigkeit sollst du nachjagen, damit du lebst und das Land in Besitz nimmst, das der HERR, dein Gott, dir gibt. 5.Mose 16,18-20

5.Mose 16,18-20

Die Torah-Lesung dieser Woche Schoftim (Richter) weist uns an ein Rechtssystem einzurichten, mit Strafverfolgung, Richtern und Rechtsprechungen. Sie enthält auch eine Botschaft für unsere Zeit, nämlich, die Gelder für den Polizeidienst nicht immer mehr zu kürzen – dazu möchte ich aber heute nicht mehr sagen. Tatsache ist: Es muss eine funktionierende Strafverfolgung eingerichtet und es müssen Richter eingesetzt werden. Das Recht darf nicht verdreht werden.

In unserem Text sehen wir zwei verschiedene Wörter, die in englischen Bibelübersetzungen beide mit Gerechtigkeit übersetzt werden. Obwohl dies in den meisten deutschen Übersetzungen nicht der Fall ist, lohnt es sich doch, die beiden Begriffe näher zu betrachten, denn beide hebräischen Worte besitzen eine unterschiedliche Bedeutung, auch wenn sie beide mit „Gerechtigkeit“ übersetzt werden können. In Vers 19 sehen wir das Wort מִשְׁפָּ֔טMischpat. Wörtlich übersetzt bedeutet es die „Vollstreckung des Gerichts“. In Vers 20 hingegen lautet der mit Gerechtigkeit übersetzte Begriff צֶ֖דֶק Zedek. Er bedeutet Rechtschaffenheit, was Gerechtigkeit miteinschließt, sich aber nicht auf Gerechtigkeit beschränkt. Gerechtigkeit ist ein Begriff, der bei Streitigkeiten zwischen Menschen verwendet wird. Rechtschaffenheit ist ein Begriff, der nicht nur die Lösung von Streitigkeiten zwischen Menschen beinhaltet, sondern auch die Auffassung, dabei nach HaSchems Anweisungen zu handeln.

Mit anderen Worten: Am Schabbat nicht zu arbeiten gilt als Rechtschaffenheit, nicht aber als Gerechtigkeit. Die Torah will uns damit, dass diese beiden Begriffe unmittelbar aufeinanderfolgen, etwas lehren. Sie sagt uns, wir sollen Richter und Vollzugsbeamte bestimmen und weiter: Gerechtigkeit, Gerechtigkeit sollst du verfolgen. Damit zeigt sie uns, dass die Richter nicht nur Streitigkeiten zwischen Menschen schlichten, sondern auch unser Verständnis und unsere Ausführung von HaSchems Geboten vereinheitlichen sollen. Die Richter sollen die Gerechtigkeit zwischen den Menschen und die Rechtschaffenheit in Bezug zu den Geboten G-ttes auslegen. Auf diese Weise kann Israel die Mizwah (Gebot) erfüllen, HaSchems Mizwot (Gebote) zu erfüllen, und zwar gemeinsam als eine Nation. Andernfalls könnte jeder von uns das tun, was in seinen eigenen Augen richtig ist, d.h. jeder würde die Mizwot nach seinem eigenen individuellen Verständnis tun. Wir sind jedoch eindeutig angewiesen, sie nicht nach unserem eigenen Gutdünken zu befolgen. In 4.Mose 15,39 wird uns gesagt, dass wir nicht nach unseren eigenen Augen und unserem eigenen Herzen handeln sollen. Wir sollen Richter aus dem Volk bestimmen, um Streitigkeiten über HaSchemsMizwot zu schlichten, damit wir HaSchems Mizwot gemeinsam in Rechtschaffenheit befolgen können. 

Schabbat Shalom

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Rabbi Steven Bernstein

Steve was born on Lag B’Omer in Ann Arbor, MI but was raised in Gainesville, FL. The son of two University of Florida professors, he excelled in the sciences in school. In addition to his normal academic studies, he pursued his Jewish education studying with many Rabbis and professors of Judaic Studies from the University including visiting Rabbis such as Abraham Joshua Heschel and Shlomo Carlebach.