Parascha Inspiration – Wajischlach

וַיִּוָּתֵ֥ר יַֽעֲקֹ֖ב לְבַדּ֑וֹ וַיֵּֽאָבֵ֥ק אִישׁ֙ עִמּ֔וֹ עַ֖ד עֲל֥וֹת הַשָּֽׁחַר: וַיַּ֗רְא כִּ֣י לֹ֤א יָכֹל֙ ל֔וֹ וַיִּגַּ֖ע בְּכַף־יְרֵכ֑וֹ וַתֵּ֨קַע֙ כַּף־יֶ֣רֶךְ יַֽעֲקֹ֔ב בְּהֵאָֽבְק֖וֹ עִמּֽוֹ: וַיֹּ֣אמֶר שַׁלְּחֵ֔נִי כִּ֥י עָלָ֖ה הַשָּׁ֑חַר וַיֹּ֨אמֶר֙ לֹ֣א אֲשַׁלֵּֽחֲךָ֔ כִּ֖י אִם־בֵּֽרַכְתָּֽנִי: וַיֹּ֥אמֶר אֵלָ֖יו מַה־שְּׁמֶ֑ךָ וַיֹּ֖אמֶר יַֽעֲקֹֽב: וַיֹּ֗אמֶר לֹ֤א יַֽעֲקֹב֙ יֵֽאָמֵ֥ר עוֹד֙ שִׁמְךָ֔ כִּ֖י אִם־יִשְׂרָאֵ֑ל כִּֽי־שָׂרִ֧יתָ עִם־אֱלֹהִ֛ים וְעִם־אֲנָשִׁ֖ים וַתּוּכָֽל:

Jakob aber blieb allein zurück, und ein Mann rang mit ihm bis zum Morgengrauen. Als dieser sah, dass er ihn nicht bezwingen konnte, da rührte er sein Hüftgelenk an, sodass Jakobs Hüftgelenk verrenkt wurde beim Ringen mit ihm. Und der Mann sprach: “Lass mich gehen, denn die Morgendämmerung beginnt!” Jakob aber sprach: “Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich!” Da fragte er ihn: “Wie ist dein Name?”, und er antwortete: “Jakob!” Und er sagte: “Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern Israel; denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft, und du hast gewonnen!”

1.Mose 32,25-29

Die Torah-Lesung dieser Woche berichtet darüber, wie Jakobs Name in Israel umgeändert wurde. Der Aufbau der Geschichte ist seltsam und gibt uns einen Hinweis darauf, dass darin mehr vor sich geht, als wir mit unseren Augen sehen können. Vers 25 erzählt uns, Jakob sei allein – und doch ringt er mit einem Mann. Wie konnte er zur selben Zeit alleine sein und mit einem Mann ringen?

Die unter jüdischen Kommentatoren übliche Antwort darauf ist, der ‘Mann’ sei in Wirklichkeit ein Engel gewesen. Wie könnte Jakob mit einem Engel ringen? Der hier mit ‘ringen’ übersetzte Begriff אבק kann übersetzt werden als rang, argumentierte oder kämpfte. Die Bedeutung dieses Verses meint nicht gezwungenermaßen einen physisch ausgetragenen Kampf, sondern eher einen mentalen Kampf, eine Argumentation. Konsequenterweise bedeutet die Aussage von Vers 26 ‘er konnte ihn nicht bezwingen’ nicht, Jakob hatte die besten Wrestling-Kampftechniken angewendet und einen physischen Kampf gewonnen, sondern eher, Jakob hatte verbal argumentiert und konnte nicht geschlagen werden.

Einen weiteren Beweis dafür enthält der Name Israel. Jakob heißt nun Israel, weil Jakob שר ‘stritt mit’, oder noch genauer, ‘führte ein Streitgespräch in Entschlossenheit und siegte’. Wen besiegte Jakob? In Vers 26 lesen wir, Jakobs neuer Name heiße ישר אל beziehungsweise ‘er, der die Debatte mit G-tt gewann’.

Wir haben also drei Möglichkeiten, wer das Wesen war, mit dem Jakob debattierte. Erstens sagt uns Vers 25, es war ein Mann. Zweitens erklären jüdische Kommentare übereinstimmend, dieser ‘Mann’ sei ein Engel gewesen. Und drittens erklärt Vers 26, Jakob habe einen neuen Namen erhalten, weil er mit G-tt debattierte. Aus dem Text geht nicht eindeutig hervor, welche der drei Möglichkeiten zutreffend sind. Deshalb ist es das Beste davon auszugehen, dass alle drei Möglichkeiten richtig sind. Jakob debattierte mit einem Mann, der G-tt war. Also mit dem Messias. Jakob debattierte mit einem Engel, der G-tt war. Also mit dem Messias, oder besser gesagt, dem Messias in der Gestalt eines Engels. Kabbalisten erklären, dass der Messias in der Gestalt eines Engels Metatron heißt, und es ist Metatron, der mit Jakob debattierte. Metatron umkleidet die göttliche Natur des Messias und ist so der Messias, welcher G-tt ist. Letztendlich sehen wir, dass Messias/Metatron/G-tt im Streitgespräch besiegt wurde durch Jakob. Auf diese Weise macht es Sinn, dass Jakob ישראל, ‘er gewann die Debatte mit G-tt’, genannt wird.

Schabbat Schalom.

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Rabbi Steven Bernstein

Steve was born on Lag B’Omer in Ann Arbor, MI but was raised in Gainesville, FL. The son of two University of Florida professors, he excelled in the sciences in school. In addition to his normal academic studies, he pursued his Jewish education studying with many Rabbis and professors of Judaic Studies from the University including visiting Rabbis such as Abraham Joshua Heschel and Shlomo Carlebach.